Die ergänzende Unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®) Braunschweig und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Niedersachsen geben folgendes Statement zu der aktuellen Situation in Norddeutschland und den entsprechenden, gesellschaftlichen Pflichten ab:
Aus der Perspektive von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen stellt die unzureichende Räumung von Fußwegen und Nebenstraßen eine erhebliche Barriere dar.
Für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen – insbesondere für Rollstuhlnutzende, Menschen mit Gehhilfen oder eingeschränkter Kraft – ist eine sichere Fortbewegung derzeit kaum möglich. Vereiste und verschneite Wege führen dazu, dass Arztbesuche, Therapien, Einkäufe oder soziale Teilhabe nicht oder nur unter hohem Risiko wahrgenommen werden können. Dabei ist zu betonen, dass auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen beruflichen Verpflichtungen nachgehen, Erwerbsarbeit leisten und Verantwortung im Alltag tragen. Notwendige Wege werden durch die fehlende Räumung erheblich erschwert oder unmöglich gemacht.
Dass vielerorts in Niedersachsen ausschließlich Hauptverkehrsstraßen geräumt wurden, während Fußwege und Nebenstraßen unberücksichtigt blieben, stellt eine klare Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen dar.
Wir mahnen die zuständigen Stellen sowie Privatpersonen eindringlich, ihrer Verantwortung für alle Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden und die Räumung von Gehwegen und Nebenstraßen konsequent sicherzustellen.
Teilhabe und Mobilität dürfen nicht wetterabhängig sein!
Ausdrücklich bedanken möchten wir uns bei den vielen Personen, die auch in dieser Zeit Solidarität zeigen und entweder beruflich oder privat hier Herausragendes leisten.